Sonntag, 11. Oktober 2015

Halbzeit - half time

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Zur Halbzeit eine kleine Zwischenbilanz:

Studium.
7 Vorlesungswochen sind rum. Meine „Midterms“ (Prüfungen zur Halbzeit) sind geschrieben und die Herbstferien liegen vor mir :) 

Ich freue mich, wenn ich entdecke, dass wenigstens bei einem von 15 Texten, die ich innerhalb von einer Woche für ein einzelnes Fach lesen muss, die letzten vier Seiten Quellenverzeichnis sind…   

Wenn mich Leute fragen, was es Neues gibt, fühlt es sich häufig so an, als könnte ich gar nicht so viel Neues berichten. Der Alltag ist doch häufig derselbe und bestimmt von Hausaufgaben und Texten, die ich zur Vorbereitung lesen muss.

Als ich neulich einmal so frustriert war, weil ich bei einem Paper, das ich schreiben musste, Bezug nehmen sollte auf die Texte, mich aber nicht erinnern konnte, welches Zitat nun in welchem der 15 Texte stand, beschloss ich, dass das ja nicht der Sinn der Sache sein könne. Seither sehe ich das ganze etwas entspannter, versuche zwar immer noch, möglichst alles zu erledigen, aber manchmal funktioniert das halt nicht…

Football.
Eine ganz große Sache ;) … Seit „wir“ das Spiel gegen Oregon haushoch gewonnen haben (und ein weiteres gegen California), wurden die Utah Utes auf Platz 4 im College Football gerankt! 




Freunde.
Das ist ja immer so eine Sache, wenn man 1. erst seit kurzem an einem Ort ist und 2. aber insgesamt gar nicht so viel Zeit hat… Ich bin unglaublich dankbar für die Leute von Intervarsity – das ist eine christliche Gruppe hier am Campus, die ich vor vier Wochen das erste Mal besucht habe (vergleichbar mit SMD/ÖSM). Ein Ort (von Leuten), an dem ich mich willkommen fühle, die nachfragen und mich (im übertragenen Sinne ;) ) (mit)tragen, wenn mir gerade selber die Kraft dazu fehlt.

Und was mir sonst noch so auffiel…

Ein Hinweisschild im Lebensmittelgeschäft: "Falls Sie alkoholische Getränke kaufen und aussehen wie unter 40 (!), werden unsere Mitarbeiter Sie nach Ihrem Ausweis fragen." HAHA :D

Das gebräuchliche Wort „Endzone“ (kommt vom Football) erinnert mich irgendwie jedes Mal an „Endlösung“. Ups. 

Uuuuund: Von Skisprungschanze zu Skisprungschanze :) (Für die, die's nicht wussten: In Innsbruck hab ich auch in der Nähe der Skisprungschanze gewohnt :) - draufklicken macht das Bild größer. 

From ski jump to ski jump (for those who didn't know:
I used to live close to the ski jump in Innsbruck...)



English
A short retrospect of the first half:
 

Studies.
I’m happy when I see that out of my 15 readings for a week at least one has 4 pages of bibliography…   

When people ask about what’s happening over here, I sometimes feel like I can’t really tell anything new… Daily life is so similar every day (oh, what a surprise! :D ) and structured by homework and readings…

Recently I was soooo frustrated because I had to reference some of my readings in one of my papers but I just couldn’t remember which of my 15 texts had that particular quote in it… So I decided to relax a bit – I still try to read everything I have to but sometimes it just doesn’t work. And that’s okay.

Football.
A big thing over here ;) … Since “we” have won the game against Oregon with 62:20 (and another one against California) the Utah Utes were ranked #4 in College Football! 


Friends.
Some of you might know how it is if you 1. recently arrived to a new place and 2. time is so short… I am incredibly thankful for those amazing people from Intervarsity (a Christian group on Campus; member of the IFES). I joined them only about 4 weeks ago but already found a place where I feel welcome and where people are there for me and carry me if I just don’t have the strength.

Things I’ve noticed…
A sign in a grocery store (sorry, I don't remember it literally): "If you purchase alcoholic beverage and look like under 40 (!), our cashier will ask for your ID."  HAHA :D

The commonly used word “endzone” (football) kind of reminds me of the German word “Endlösung” (final solution – World War 2). Oops!

Aaaand: From ski jump to ski jump (see picture above)


Mittwoch, 2. September 2015

The U of U

All U need and all U want. Studying at "the U". Actually the U of U - the University of Utah.
If there is a flyer, the "u" is always highlighted. Everything is red and white. Even doghnuts. Okay, maybe not everything.

All U need and all U want ("Alles was dU brauchst und alles was dU möchtest"). Ich studiere hier an der "U". Eigentlich an der "U of U" - der University of Utah. Wenn es hier irgendwelche Flyer gibt, dann ist das "u" immer hervorgehoben. Alles ist rot und weiß. Sogar Doghnuts. Okay, vielleicht nicht alles.
Shuttle driver: "Seriously??? You took a picture of a doghnut??" Me: "Yeah. I'm an international student." Driver: "Ah, okay!..." :D
Shuttlebusfahrer: "Wirklich? Du hast gerade ein Foto von einem Donut gemacht??" Ich: "Ja, ich bin Austauschstudentin." Busfahrer: "Achso...!"
 


I've been here for 2 1/2 weeks now. And I'm getting used to it :) I know which shuttle to take to go to class, I learned to use my credit card, I got used to straight hair at the end of the day - desert climate = no curly hair. Well, unless I make it wet every now and then :)
I learned a lot (but not everything yet!) about "school pride", when my roommate told me that she should go to the football game; not because she wants to, but to support her team. Hoodies, t-shirts, caps... they all are witnesses of "the U". ...


Ich bin jetzt seit 2 1/2 Wochen hier - und ich gewöhne mich langsam daran :) Ich weiß, welchen Shuttle ich nehmen muss, um zu meinen Vorlesungen zu kommen, ich habe gelernt, meine Kreditkarte zu nutzen und ich habe mich daran gewöhnt, am Ende des Tages nahezu glatte Haare zu haben - Wüstenklima = keine Locken/welligen Haare. Außer, ich mache sie hin und wieder mal nass :) 
Ich habe viel (aber noch nicht alles) über "school pride" (ehm... ja... den Stolz auf die eigene Universität) gelernt, als meine Mitbewohnerin mir sagte, dass sie eigentlich zum dem Footballspiel gehen sollte; nicht, weil sie unbedingt möchte, sondern um ihr Team zu unterstützen. Pullies, T-Shirts, Baseballmützen... sie alle zeugen von der "U". ...


But... to be honest: I love it :) I really like and enjoy it to be here, diving into a culture that is so different. Not completely, but in many ways. I took 4 classes, 3 of them are social work, the forth is management. I LOVE studying but at the same time I am really challenged (and it's only the second week of class!). Readings, readings and readings. Have I mentioned the readings yet? Well, and then assignments, papers, project work... and readings. How good I love challenges as well :)

And how good that sometimes, yeah sometimes there is a break. The Student Life Center (Fitness Center that we can use for free). Friends. National Parks.


Aber... ich muss gestehen: Ich liebe und genieße es, hier zu sein, in eine Kultur einzutauchen, die so anders ist. Nicht komplett, aber in vierlei Hinsicht. Ich habe 4 Kurse gewählt, drei davon sind aus dem Bereich Soziale Arbeit, der vierte ist Management. Ich LIEBE es, zu studieren und gleichzeitig fühle ich mich sehr herausgefordert (und es ist erst die zweite Vorlesungswoche!). Texte, Texte und Texte. Habe ich die Texte schon erwähnt? Und dann gibt es noch "assignments" (mehr oder weniger kleinere Aufgaben, die ebenfalls in die Benotung miteinfließen), Hausarbeiten, Projektarbeiten... und noch mehr Texte. Wie gut, dass ich auch Herausforderungen liebe :) 

Und wie gut, dass es manchmal, ja manchmal auch Pausen gibt. Das Student Life Center (Fitnesscenter, das wir kostenlos nutzen können). Freunde. Nationalparks.



Yellowstone-Nationalpark


Samstag, 15. August 2015

29 Stunden Freitag - a 29-hours-Friday



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Ich finde, mit 14 ½ kg Gepäck habe ich mich selbst übertroffen. Und dabei hätte ich, wenn ich die nötige Willenskraft dazu gehabt hätte, auch noch ein paar Sachen zuhause lassen können.

Gepäck für ein halbes Jahr


Das überaus freundliche Flughafenpersonal bei der Handgepäckkontrolle, nämlich der Mitarbeiter am Fließband, der mich dafür lobte, dass ich bereits alle meine Sachen so organisiert habe, wie sie sein müssen und der Mitarbeiter am Körperscan: „Übrigens, Sie sind sehr hübsch!“ sowie der hilfsbereite Angestellte, der mir dabei half, meinen Laptop wieder in die Tasche zu packen und nebenher noch herumscherzte, machten den Beginn meiner Reise sehr angenehm :)

Das erste Stirnrunzeln entlockte mir das rote dieser-Boardingpass-wird-nicht-akzeptiert-Licht. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was das Problem war, der Flughafenmensch wollte dann lediglich mein DS-Formular (Formular für das Visum) sehen und das war’s :) .

Bis ich mich meinem Sitzplatz näherte, nährte ich noch die Hoffnung auf eineN freundlicheN, sympathischeN SitznachbarIn. Letztendlich kann ich nicht ganz sagen, ob ich ihn optisch eher der Mafia oder einer Rocker-Motorrad-Gang zuordnen sollte und ich rang mit mir, ob ich ein Gespräch beginnen sollte. Zehn oder elf Stunden Flugzeit sind aber durchaus ein Argument für eine Konversation… Es stellte sich dann doch heraus, dass er ein sehr freundlicher Mensch ist und er liebte es, mir von seinen Kindern zu erzählen. Seine Tochter wird bald heiraten und sein Sohn mochte Alkohol und Frauen leider mehr als das College…
Wir saßen am Notausgang und wurden daher von der Flugbegleiterin dazu aufgefordert, die „safety card“ besonders sorgfältig zu lesen, da wir im Notfall sozusagen unsere Mitreisenden retten müssten (ok, ich gebe zu, das hat sie so nicht gesagt :D). Als gewissenhafte Passagierin las ich mir diese Anweisungen tatsächlich sehr verantwortungsbewusst durch. Allerdings fragte ich mich die ganze Zeit, wo eigentlich diese Schnur sein soll, die auf den Bildchen abgebildet war und mit der sich bei einer Wasserlandung die Luftrutsche aufbläst. Immerhin löste sich dieses Rätsel bei der planmäßigen Landung: sie bläst sich automatisch auf ;) (übrigens nicht, weil es geschah, sondern weil ich ein weiteres Hinweisschild am Notausgang entdeckte).

Ich hatte außerdem beschlossen, meinem bevorstehenden Jetlag von Anfang an entgegenzuarbeiten (Fliegen dauert übrigens viel länger, wenn man nicht schläft!). Das hatte allerdings zur Folge, dass ich vermutlich aufgrund der Erschöpfung fast in Tränen ausbrach, als ich die lange Schlange zur Einreise entdeckte und realisierte, dass ich warum-auch-immer nur eine Stunde bis zum Boarding meines Anschlussfluges hatte. Diese lange Menschenschlange wurde von lediglich 2 Officern abgefertigt, die sorgfältig ihre Fragen stellten und Fingerabdrücke nahmen… Es kostete mich ganz schön Überwindung, die Leute zu fragen, ob sie mich vorlassen. Aber freundlich wie sie alle waren, ließen sie mir alle den Vortritt :) Anmerkung: Ich möchte betonen, dass ich (nur) FAST in Tränen ausgebrochen bin ;)

Der Officer, der mich schließlich heranwinkte, war ebenfalls sehr freundlich. Vielleicht war ja gestern Tag des freundlichen Flughafenpersonals? Er fragte mich danach, was das Ziel meiner Reise sei, was ich machen möchte, wenn ich groß bin und überprüfte schließlich meinen Pass. Er: „It’s different“. Ich: „What?“ „It’s better in person. I mean, it’s a good picture, but it’s much better in person!“, sagte er mit einem Lächeln. Tja. Und Tag der Komplimente am Flughafen war wohl auch :D Ich muss sagen, das erste Kompliment beim Abflug hat mich ja schon sehr gefreut. Aber dass mir jemand nach 15 stündiger Reise (inkl. Wartezeiten) immer noch sowas Freundliches sagt… :D

Ich erwischte meinen Anschlussflug. Gott sei Dank! Und ich freute mich unglaublich, als ich feststellte, dass es noch hell war, als wir landeten. Neues Land, große Stadt und unbekannte Routen öffentlicher Verkehrsmittel hatten mich doch ein bisschen in Abenteuerstimmung versetzt. 

Bisher nur ein Foto vom "Salt Lake". Von der City hab ich noch keins gemacht ;) 

Über Couchsurfing hatte ich mir bei einer jungen Familie die Unterkunft für meine erste Nacht organisiert, wir wollten uns an einer LightRail-Station treffen. Das war dann auch alles viel einfacher als erwartet :) Ich bekam dann auch meine erste „Unterrichtsstunde“ im Fach „Was Mormonen glauben“ sowie im Einkaufen. Die Basics eines neuen Landes eben ;) Ich fühlte mich unglaublich wohl bei dieser Gastfamilie und hätte es nicht besser treffen können! Leider hatten wir nicht allzu viel Zeit, uns zu unterhalten, aber wer weiß, ich bin ja noch eine Weile da… :)


English



With 14,5 kg of baggage (see picture above) I’d say I exceled myself! If my will was strong enough I could have left even some more things at home…

The very friendly airport staff kind of made my day yesterday! There was this first one that praised how I organized my stuff (everything was where it had to be), the second one at the body scanner: “By the way, you’re very pretty!” and the third one who helped me putting my laptop back in my backpack kidding around at the same time (and just for the record: this was still in Germany! :) ).

Until the last moment I hoped that the person that would sit next to me would be a friendly one but when I saw him I wasn’t sure whether he is a member of the mafia or rather of a rocker gang. But nevertheless it turned out that he was very kind and loved to talk about his children: his daughter who is getting married soon and his son who unfortunately likes alcohol and girls more than college…
As we were sitting next to the emergency exit, the flight attendant asked us to read the safety card properly. Well, we would kind of have to rescue our fellow travelers…! (Ok, she didn’t say that literally ;) ). Conscientous as I am I did so but was very unsure about where that string is that inflates the slide in case we would land on water. Well, as I found out later (I saw a sign!), it inflates automatically :D

I decided to prevent jetlag by not sleeping during my journey. Well, this way it seems to take a lot more time to get from one place to another! Therefore , probably as a sign of exhaustion, I almost burst into tears when I saw that huge line in front of customs and realized at the same time that I had only one hour to get my connecting flight. There were only 2 officers in charge and they took their time asking their questions thoroughly and taking fingerprints… It costed me quite an effort to ask the people who were standing in line whether they would let me pass…

The officer was very friendly as well. Maybe it was the day of friendly airport staff yesterday? He asked me what the purpose of my travel is, what I want to do when I grow up and finally checked my passport. Him: “It’s different”. Me: “What?” “It’s better in person. I mean, it’s a good picture, but it’s much better in person!“, he said with a smile. Well. And maybe it was also the day of compliments at the airport… :D It was even better to hear such a thing after 15 hours of travelling…

Thank God, I got my connecting flight. And I was super glad when I realized that it was still light when we landed. New country, big city and unknown public transportation routes – sounded like an adventure to me :) Still, everything went well and I found my way :)
Via couchsurfing I had found a young family that would host me for the first night. We met at a lightRail station and I had a really good time with them! I got my first lesson in “what Mormons believe” and in grocery shopping… :D Basics of a new country… ;) Unfortunately we did not have much time to share but who knows, I’ll be around for a little while…